Dein 90-Tage-Plan
Vom ersten Gedanken zu einer getesteten Geschäftsidee – mit klaren Entscheidungen, echten Gesprächen und einem umsetzbaren Plan.
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Nicht mehr nur Ideen sammeln.
Dieses Workbook hilft dir, eine kleine, realistische Geschäftsidee neben Studium, Beruf oder Alltag zu testen.
Du musst nicht kündigen, investieren oder schon Expertin bzw. Experte sein. Du brauchst ein konkretes Problem, ein kleines Angebot und die Bereitschaft, mit Menschen zu sprechen.
Du hast eine Zielgruppe gewählt, echte Nachfrage geprüft, ein erstes Angebot formuliert und – wenn die Signale stimmen – aktiv versucht, einen zahlenden Kunden zu gewinnen. Umsatz ist nicht garantiert.
So nutzt du dieses Workbook
- Lies maximal ein Kapitel im Voraus. Setze die Aufgaben direkt um.
- Plane feste, kurze Arbeitsblöcke statt auf Motivation zu warten.
- Notiere Beobachtungen und Zahlen, nicht nur Meinungen.
- Verändere deinen Plan, sobald du bessere Informationen hast.
Hinweis: Dies sind Bildungsinhalte, keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.
Deine Route in 6 Kapiteln
Du arbeitest nicht 90 Tage an einer perfekten Idee. Du sammelst 90 Tage lang bessere Belege.
Zeit, Fähigkeiten, Grenzen
Probleme statt Trends
Gespräche und Signale
Ein klares Ergebnis
Persönliche Akquise
Messbar umsetzen
Interesse ist noch keine Nachfrage. Nachfrage zeigt sich eher daran, dass Menschen Zeit investieren, einen Termin vereinbaren, eine Testversion nutzen oder bereit sind zu bezahlen.
Was ist für dich realistisch?
Dein Geschäftsmodell muss zu deinem Alltag passen – nicht umgekehrt.
Die drei Ressourcen, die du tatsächlich hast
- Zeit: Welche Stunden sind jede Woche zuverlässig frei?
- Fähigkeiten: Wofür wirst du heute schon um Hilfe gebeten?
- Energie: Welche Tätigkeiten kannst du wiederholt ausführen, ohne auszubrennen?
Eine Person arbeitet 80 % und hat vier freie Stunden pro Woche. Ein individueller Beratungsservice mit fünf Kundenterminen pro Woche wäre unpassend. Ein klar begrenztes Audit mit einem festen Lieferumfang könnte dagegen testbar sein.
Du brauchst nicht das grösste Potenzial. Du brauchst einen Start, den du durchhalten kannst.
Deine Startbedingungen
Fülle die Felder ehrlich aus. Es geht um Entscheidungen, nicht um Selbstdarstellung.
Streiche Ideen, die mehr Zeit, Geld oder Spezialwissen voraussetzen, als du aktuell einsetzen kannst.
Ein kleines Ziel schlägt ein vages grosses.
Formuliere ein überprüfbares Lernziel statt nur einen Wunschbetrag.
Nicht so:
«Ich will finanziell frei werden.»
Sondern so:
«Ich möchte in 30 Tagen zehn relevante Gespräche führen und prüfen, ob drei Personen für eine klar beschriebene Lösung bezahlen würden.»
10 Gespräche anfragen
3 konkrete Folgetermine
1 bezahlter Pilotversuch
Du kontrollierst die Aktivität. Das Ergebnis hängt auch vom Markt ab. Trenne beides, damit du nicht aus fehlendem Umsatz auf persönliches Versagen schliesst.
Beginne mit einem Problem.
Die Frage lautet nicht «Was könnte ich verkaufen?», sondern «Welches Problem ist dringend genug?».
Fünf realistische Startmodelle
| Modell | Beispiel | Erster Test |
|---|---|---|
| Dienstleistung | LinkedIn-Profil optimieren | 3 Profil-Audits anbieten |
| Produktisierte Leistung | Website-Check mit Fixpreis | 1 Checkliste + Pilotkunde |
| Digitales Produkt | Budget-Template | 5 Nutzer testen lassen |
| Training / Workshop | Excel für Einsteiger | 1 Mini-Session durchführen |
| No-Code-Tool | Einfaches Termin-Tool | Klickbarer Prototyp |
Die Modelle unterscheiden sich in Zeitbedarf, Wiederholbarkeit und Vertriebsaufwand. Keines ist automatisch passiv.
Die Ideen-Matrix
Bewerte jede Idee nach denselben Kriterien. 1 = schwach, 5 = stark.
| Kriterium | Frage | Punkte |
|---|---|---|
| Problem | Wie häufig und schmerzhaft? | 1–5 |
| Zugang | Erreiche ich die Zielgruppe? | 1–5 |
| Kompetenz | Kann ich eine erste Lösung liefern? | 1–5 |
| Tempo | Kann ich in 14 Tagen testen? | 1–5 |
| Motivation | Will ich das öfter machen? | 1–5 |
Addiere die Punkte. Die höchste Zahl ist keine Marktvalidierung, sondern deine beste Hypothese für den nächsten Test. Prüfe anschliessend die tatsächliche Nachfrage.
Drei Beispiele, drei Denkfehler.
Die Beispiele sind fiktiv und dienen der Illustration.
Kann gut Präsentationen gestalten. Testet Pitch-Deck-Überarbeitungen für studentische Projekte.
Kennt Excel-Automationen. Testet einen klar begrenzten Reporting-Check für kleine Teams.
Plant Reisen effizient. Testet individuelle Routenpläne für eine eng definierte Zielgruppe.
Typische Fehler
- «Jeder ist meine Zielgruppe» – dadurch fühlt sich niemand direkt angesprochen.
- «Ich baue zuerst die ganze Website» – ohne zu wissen, ob jemand das Angebot braucht.
- «Ich frage Freunde, ob sie die Idee cool finden» – Höflichkeit ist kein Kaufinteresse.
Spezifisch schlägt allgemein. Testbar schlägt perfekt.
Deine beste Idee in einem Satz
Eine klare Hypothese ist die Grundlage jedes guten Tests.
Ich helfe [konkreter Zielgruppe], [spürbares Problem] zu lösen, indem ich [kleine Lösung] anbiete.
Wenn du den Satz nur mit Begriffen wie «alle», «innovativ», «digital» oder «Mehrwert» beschreiben kannst, werde konkreter.
Sprich mit Menschen, bevor du baust.
Fünf gute Gespräche sind oft hilfreicher als 50 oberflächliche Umfrageantworten.
So führst du ein 15-Minuten-Problemgespräch
- Frage nach der letzten konkreten Situation, nicht nach hypothetischen Wünschen.
- Lass die Person erzählen, wie sie das Problem heute löst.
- Frage nach Zeitverlust, Kosten und bisherigen Alternativen.
- Verkaufe deine Idee nicht mitten im Gespräch.
- Notiere wörtliche Aussagen und wiederkehrende Muster.
«Wann ist dieses Problem zuletzt aufgetreten? Was hast du dann gemacht?»
«Würdest du meine tolle App für CHF 19 kaufen?»
Dein Interview-Leitfaden
Nutze diese sieben Fragen als Gesprächsgerüst.
- 1. Wann hattest du zuletzt [Problem]?
- 2. Was genau war daran schwierig?
- 3. Wie hast du es bisher gelöst?
- 4. Was hat dich diese Lösung gekostet – Zeit, Geld oder Nerven?
- 5. Was hast du schon ausprobiert?
- 6. Wer entscheidet, ob dafür Geld ausgegeben wird?
- 7. Darf ich dir später eine einfache Lösung zeigen?
Eine Person, die dir einen bestehenden Prozess zeigt oder einen Folgetermin vereinbart, liefert oft ein stärkeres Signal als «Klingt spannend».
Gespräche dokumentieren
Schreibe direkt nach jedem Gespräch auf, was tatsächlich gesagt wurde.
| Person / Segment | Letztes Problem | Aktuelle Lösung | Signal |
|---|---|---|---|
| 1 | |||
| 2 | |||
| 3 | |||
| 4 | |||
| 5 |
Wann ist eine Idee gut genug?
Vermeide sowohl vorschnelles Aufgeben als auch endloses Optimieren.
Ein einfacher Entscheidungsrahmen
| Signal | Interpretation | Aktion |
|---|---|---|
| Niemand kennt das Problem | Zielgruppe oder Problem unklar | Neu eingrenzen |
| Problem häufig, aber keine Priorität | Schmerz möglicherweise zu gering | Andere Situation suchen |
| Konkrete Nachfragen / Folgetermine | Interesse wird greifbar | Pilotangebot formulieren |
| Bezahlter Pilot | Starkes frühes Signal | Liefern und lernen |
Fünf Gespräche sind ein erster qualitativer Test, keine repräsentative Marktstudie. Nutze die Erkenntnisse als Richtung, nicht als Beweis.
Verkaufe ein Ergebnis, keine Liste von Skills.
Kunden kaufen selten «drei Stunden Excel». Sie wollen einen klaren Nutzen.
Die Angebotsformel
Für [Zielgruppe] löse ich [Problem] durch [Leistung], damit [Ergebnis]. Innerhalb von [Zeitrahmen], für [Preis / Pilotkondition].
«Für kleine Vereine bereinige ich unübersichtliche Mitgliederlisten und erstelle eine verständliche Auswertung. Lieferung innerhalb von fünf Werktagen, mit einer Korrekturrunde.»
Was ein gutes Pilotangebot enthält
- Klarer Lieferumfang
- Klare Ausschlüsse
- Konkreter Termin
- Einfacher Preis oder transparenter Testmodus
- Nächster Schritt zur Buchung
Wie findest du einen Startpreis?
Ein Preis ist eine Hypothese. Prüfe ihn an echten Reaktionen.
Rechne zuerst deine Untergrenze
Zeit für Umsetzung + Abstimmung + Korrekturen + laufende Kosten. Berücksichtige auch Abgaben und Steuern in deiner eigenen Kalkulation.
3 Stunden Umsetzung + 1 Stunde Kommunikation = 4 Stunden. Bei einem internen Zielwert von CHF 40 pro Stunde ergibt das CHF 160 vor weiteren Kosten und Abgaben. Ein Marktpreis kann darüber oder darunter liegen.
Teste nicht nur den Preis
- Versteht die Zielgruppe das Ergebnis?
- Ist der Lieferumfang überschaubar?
- Ist die Entscheidung einfach?
- Welche Risiken oder Zweifel bleiben offen?
Dein erstes Pilotangebot
Schreibe so, dass eine fremde Person es in 15 Sekunden versteht.
Zeige den Text drei Personen aus deiner Zielgruppe. Bitte sie, das Angebot in eigenen Worten zu erklären. Wo sie stocken, musst du präziser werden.
Die ersten Kontakte ohne Werbebudget.
Du brauchst anfangs keine Reichweite von 10’000 Personen. Du brauchst die richtigen zehn.
Drei passende Kanäle
Frage gezielt nach einer Einführung bei Menschen mit dem Problem.
Hilf sichtbar bei konkreten Fragen, statt Links zu streuen.
Kontaktiere wenige passende Personen persönlich und respektvoll.
«Hoi [Name], ich beschäftige mich gerade mit [konkretem Problem] bei [Zielgruppe]. Du hast damit Erfahrung. Hättest du nächste Woche 15 Minuten für drei Fragen? Ich möchte verstehen, wie ihr das heute löst – kein Verkaufsgespräch.»
Beachte Plattformregeln und Datenschutz. Versende keine massenhaften unerwünschten Nachrichten.
Von Interesse zum nächsten Schritt.
Eine gute Unterhaltung endet mit einer konkreten, freiwilligen Vereinbarung.
Ein schlanker Ablauf
- 1 · Kontext: Warum sprichst du gerade diese Person an?
- 2 · Problem: Was ist ihr aktueller Engpass?
- 3 · Angebot: Welches kleine Ergebnis könntest du liefern?
- 4 · Einladung: Ist ein konkreter Folgetermin oder Pilot sinnvoll?
- 5 · Nachfassen: Einmal höflich erinnern; ein Nein respektieren.
«Wenn das gerade nicht relevant ist, ist das völlig okay.» Das schafft Vertrauen und verhindert unangenehme Verkaufssituationen.
Deine Kontaktliste
Qualität vor Menge. Suche Menschen, die das Problem tatsächlich kennen.
| Kontakt / Kanal | Warum passend? | Nächster Schritt | Status |
|---|---|---|---|
| 1 | |||
| 2 | |||
| 3 | |||
| 4 | |||
| 5 |
Versende drei individuell formulierte Gesprächsanfragen innerhalb der nächsten 48 Stunden.
90 Tage in vier Phasen.
Der Plan ist bewusst flexibel: Du passt das Tempo an dein Leben und deine Signale an.
Fähigkeiten prüfen, Problem wählen, Zielgruppe eingrenzen.
Gespräche führen, Muster erkennen, Idee anpassen.
Pilotangebot erstellen, präsentieren und testen.
Liefern, Feedback einholen, verbessern oder bewusst stoppen.
«Welche Annahme habe ich überprüft – und was habe ich daraus gelernt?»
Wochen 1–4: Klarheit & Belege
Baue noch keine grosse Website. Sammle erst echte Signale.
| Woche | Fokus | Fertig, wenn … |
|---|---|---|
| 1 | Zeit + Fähigkeiten | 1 realistisches Zeitbudget steht |
| 2 | Problem + Zielgruppe | 1 konkrete Hypothese formuliert |
| 3 | Gespräche | mind. 3 Gespräche dokumentiert |
| 4 | Muster + Entscheidung | Pilotidee gewählt oder angepasst |
Kannst du das Problem in einem Satz erklären – mit Beispielen aus echten Gesprächen? Wenn nicht, wiederhole die Validierung.
Wochen 5–8: Ein Angebot testen
Jetzt darfst du etwas Kleines bauen – aber nur so viel, wie der Test verlangt.
| Woche | Fokus | Fertig, wenn … |
|---|---|---|
| 5 | Angebotsentwurf | Lieferumfang + Ergebnis klar |
| 6 | Feedback + Preis | 3 Reaktionen dokumentiert |
| 7 | Gezielte Ansprache | 5 passende Kontakte angesprochen |
| 8 | Pilotentscheidung | Zusage, Ablehnung oder Lernpunkt |
Hast du mindestens eine konkrete Zusage oder einen klaren Grund, warum Menschen noch nicht zusagen? Beides ist nützlich.
Wochen 9–12: Liefern & verbessern
Ein funktionierender kleiner Prozess ist wertvoller als eine grosse Vision ohne Nachfrage.
| Woche | Fokus | Fertig, wenn … |
|---|---|---|
| 9 | Pilot liefern | Ergebnis termingerecht übergeben |
| 10 | Feedback | Verbesserungspunkte dokumentiert |
| 11 | Angebot schärfen | Umfang / Preis / Zielgruppe geprüft |
| 12 | Entscheidung | Weiterführen, ändern oder stoppen |
Welche drei Dinge weisst du heute über deine Zielgruppe, die du vor 90 Tagen nicht wusstest? Das ist dein tatsächlicher Fortschritt.
Dein Wochen-Dashboard
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| Kennzahl | Diese Woche | Nächste Woche |
|---|---|---|
| Arbeitsstunden | ||
| Gesprächsanfragen | ||
| Gespräche | ||
| Angebote | ||
| Zusage / Absage | ||
| Wichtigstes Learning |
Weiterführen, ändern oder stoppen?
Du musst nicht jede Idee durchziehen. Gute Gründerinnen und Gründer lernen schnell.
Problem wiederholt bestätigt, echte Zusagen, Lieferung machbar.
Problem vorhanden, aber Angebot, Segment oder Preis unklar.
Kaum Problembelege, keine Priorität, hoher Aufwand ohne Signal.
Ein sauber dokumentierter Test, der eine schlechte Idee früh beendet, spart dir Zeit und Geld.
Du hast einen Plan. Jetzt teste ihn.
Der kostenlose Guide führt dich bis zum ersten echten Marktcheck. Mehr brauchst du für den Start nicht.
Wenn du weitergehen möchtest
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